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Das wohlverdiente Wochenende ist da und die Schweiz bereitet sich auf 1. August vor – den Nationalfeiertag. Ich entscheide mich, drei Tage schön zu nutzen und fahre über Vallée de Rhône nach Chamonix im Frankreich. Nach langen Jahren will ich wieder den höchsten Berg Europas sehen – Mont Blanc.

 

 

Um 8:00 Uhr morgens werde ich die Gondel Richtung Aiguille de Midi nehmen. Es ist schon viel los, Mont Blanc freut sich grosser Beliebtheit. Ich werde heute den Champagner Tourismus nutzen und die Schönheit der Hochgebirge entspannt geniessen. Nur einmal umsteigen und innerhalb 20 Minuten steht man auf 3842 m.ü.m. Es ist ratsam, sich warm anzukleiden und sich nicht schnell zu bewegen, die Höhenmeter machen sich bemerkbar. Vor mir liegt atemberaubende Kulisse – die Gletscherfelder und Panorama Mont Blanc.

 

 

Der sonnige Tag lockt viele Touristen, nach zwei Jahren hört man wieder Sprachen aus aller Welt.

 

 

Ich geniesse die Pause, für flotte neun Euro Kaffee und Croissant auf 3842 m. mit der Aussicht, die Gondel bringt neue Touristen.

 

 

In kleinen, aber wunderbar eingereichtem Museum bewundere ich die Leistungen, die man hier eingebracht hat. Nur sehr wenig (Aus) Namen erscheinen hier, darunter auch ein schweizerischer – Ueli Steck, der viele Speedrekorde in steilen Wänden hält und auf tragische Weise im Himalaja verstarb.

 

 

Die eigene Geschichte von Mont Blanc ist soeben beeindruckend. Über lange Zeit hat man gar nicht gewusst, dass hier so grosse Gebirge liegt. Erst im Jahr 1742 wurde er entdeckt, benannt Mont Maudit – Verfluchter Berg und galt als sehr gefährlich. Er misst 4807 m und liegt wie im Frankreich sowohl auch in Italien. Der Gipfel liegt aber in Frankreich. Seit 1760 fanden erste Versuche statt, ihn zu besteigen, das wecke grosse Interesse der Öffentlichkeit. Er wurde am 08.08.1786 von Franzosen Jacques Balmat und Michael Paccard bestiegen. Laut Unfallstatistik ist er einer der gefährlichsten Berge der Welt. Seine Höhe variiert je nach Schneeverhältnissen. Im Jahr besucht ihn etwa 25 000 Bergsteiger, davon zwei Drittel ohne Bergführer, während der Saison interessiert sich für die Besteigung etwa 200-400 Personen pro Tag. Seit 2019 darf hinauf 214 Personen.

 

Auf mehreren Terrassen kann ich die Szenerie geniessen. Der Klimawandel zeigt sich soeben hier. Ich muss immer wieder schmunzeln, wie wollen wir die Natur beherrschen und doch sind wir so lächerlich klein.

 

 

Die Franzosen geben sich Mühe – ein Moderator unterhält das Publikum. Auf interessante Weise erklärt er die Bedingungen hier – wir haben heute Glück, denn gestern war die Sicht nur auf zehn Meter. Soeben zynisch meint er, viele seien mutig, nur im T-Shirt auf dieser Höhe zu erscheinen.

 

 

Vor der Nase fahren die Kabinen von Panorama Montblanc. Dort gibt es lange Warteschlange, genau oben in der Glasbox, wo man sich fotografieren lässt.

 

 

Ich konzentriere mich auf Ausgang zum Gletschermeer. Zwei Alpinisten betrachten die Situation. Exzellentes Bild, mein zynisches Ich fragt mich leise: Weisst du noch? Ja klar, das kann man vergessen. In Wintermonaten ist Glacier de Mer zum Skifahren freigegeben. Es ist raue, natürliche Piste und 30 km lang. Nur Helikopter patrouilliert, sonst ist man sich alleine überlassen. Ich durfte auch teilnehmen und das war wahnsinnig.

 

 

Es ist Zeit, aufzubrechen und Montblanc anderen Touristen zu überlassen. In 20 Minuten bin ich wieder auf 1000 m im Dorf und es ist Zeit sich abzuziehen, denn hier herrscht Sommer. Ich geniesse das Dorfleben, was Kleines zum Essen, schwatzen mit Spatzen, leckeres Eis, lausche die Sprachen und es hat wirklich viele.

 

 

Nach sehr langem Tag gehe ich in mein Hotel. Ich will abseits von Chamonix residieren und wähle fünf km entferntes Hotel Excelsior mit Bad. Nach Entspannung am Schwimmbecken geht es zum Abendessen und ab ins Haya!

 

 

Sonntag ist da, in Chamonix angekommen, geniesse ich die wunderbare Atmosphäre. Ich frühstücke traditionell – Macchiato mit Croissant. Heute will ich in der Gegend wandern. Nach anfänglichen Problemen mit Parkplatz kann ich dank guter Beratung die Tour in Angriff nehmen. Ich werde vom Station Flegere in Richtung Gipfel Le Brevent wandern. Die Wanderung gilt als einfach, zieht sich aber in die Länge.

 

 

Die ganze Zeit habe ich vor Augen Montblanc. Meine Kamera hat Freude, die Natur zeigt sich von schönster Seite und die Berge ohnehin. Unterwegs kann man direkt zum Gipfel steigen, ich spare meine Kräfte für andere Sachen.

 

 

Nach zweieinhalb Stunden erreiche ich die Station, noch kurze Erfrischung an Terrasse Brev’Bar und mit der Gondel den Gipfel Le Brevant erreichen.

 

 

Das Wetter macht mit – es ist nicht zu heiss, die heranziehenden Wolken erleichtern den hitzigen Tag. Der Berg freut sich grosser Beliebtheit, auf der Terrasse kann man neben Getränken auch klassische Gerichte wie Crêpes süss oder gesalzen und savoyische Spezialitäten kosten.

 

 

Ich lande im Chamonix.

 

 

Nach meinen Leistungen gönne ich mir Glace. Die Adresse La Mer de Glaces ist nicht nur passend, vielversprechend – Auswahl aus 54 Sorten, sondern wahre Kunst – das Eis vergeht auf der Zunge.

 

 

Noch schneller Rundgang und Shopping, das gehört auch zum Reisen. Da es Sachen gibt, die exzellente sind und kompliziert in der Schweiz zu bekommen, kaufe ich sie halt hier und somit habe ich wunderbare Erinnerung. Noch schnell die Guidehütte besuchen.

 

 

Jetzt muss ich wieder zurück ins Hotel, wie es immer so geht, mein Bus fährt nicht. Also ab jetzt wieder alles zu Fuss. Der Weg führt durch Wald, heute werde ich irgendwo Pizza kaufen und schlafen wie ein kleines Kind.

 

 

Mein letzter Tag im Chamonix beginnt. Ich will baden gehen, bin alleine da, aus dem Berg im Hintergrund steigt die Sonne. Da Montevers mit dem Zug wegen zwei Todesfälle der Arbeiter geschlossen ist, muss ich eine Alternative suchen.

 

 

Ich entscheide mich für Argentiniere. Mit der Gondel fahre ich auf 2100 m zu Plan Joran. Auf 3300 m ist wegen Arbeiten die Bahn geschlossen.

 

 

Es bietet sich eine Wanderung zum Glacier d’Argentiere.

 

 

Nach flotte anderthalb Stunden bewundere ich aus nächste Ferne den Gletscher. Gelegentlich fällt ein Eisbrocken, das Eis dehnt sich aus.

 

 

Ich steige zur Refuge runter. Aus kleiner Speisekarte wähle ich das Tagesmenü Curry-Reis mit Salat. Ich geniesse noch mal die Aussicht auf Gletscher.

 

 

Danach geht es nur noch zurück in die Schweiz. Ich bin sehr froh, diesen spontanen Ausflug zu unternehmen, es war Balsam für die Seele. Ich habe wieder mal viele Sprachen gehört, sehr freundliche Menschen aus allen Ecken der Welt getroffen und mit sympathischen Franzosen unterhalten, es ist definitiv eine Reise wert und wünsche noch mal alles Gute zum Geburtstag, Mont Blanc!

 

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