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Und ein Jahr ist wieder vorbei und ich werde einen Blick zurück werfen. Mein Jahr hat wirklich sensationell angefangen. Gerade in erster Woche hat mein Peugeot boykottiert – keine 300 Meter von Tankstelle war das Benzin aus. Ich laufe mit der Flasche zur Tankstelle und zu meinem Glück sind noch zwei Säulen defekt.

 

 

Ich tanke die Flasche für zwei Franken fast voll und maschiere in der Nacht zurück zum Auto, fühle nach und werde noch mal bei der Tankstelle voll tanken. Einmal kann so was passieren. Zu Hause angekommen, melden die Medien eine ( unbedeutende ) Nachricht: Der reichste Mann der Welt wird sich scheiden lassen.

 

 

Mein zynisches Ich ist begeistert – endlich jemand für uns. Wichtige Sache – bei Ansicht dieses Mannes ist klar, dass er sehr intelligent sein muss, aber für alles Geld der Welt kommt er mir nicht nach Hause. Mein zynisches Ich ist beleidigt, ich sei oberflächlich und schaue nicht die innere Werte. Ein Tag später wird der Grund der Scheidung genannt – eine andere Frau. Mein zynisches ich meint: Also der kommt uns wirklich nicht nach Hause und zieht Konsequenzen: Falls wir Millionäre werden wollen, müssen wir einen Milliardär heiraten.

 

 

Mein Auto zog sein Ding durch – noch zwei Mal ohne Benzin und einmal war die Batterie leer. Wenn man bei Vermieter wohnt, der die Garage Peugeot betreibt, bekommt man diverse Geschenke. Das Jahr war es der Kanister. Mit dem Wintereinbruch kam noch Felge dazu und etwa noch zwei Mal das Laufen zur Tankstelle, diesmal mit dem Kanister. Mein zynisches Ich macht sich Sorgen, ob ich verdumme und nicht korrekt tanken kann. Das fragte ich mich auch und liess die Pumpe kontrollieren. Alles in Ordnung.

 

 

Bis am Abend. Die Pumpe gibt auf und mein Peugeot lässt sich fahren. Ich drücke die Augen zu – für einmal ist es nicht so tragisch. Mein zynisches Ich hackt nach – ist es nicht an der Zeit, ein neues Auto zu kaufen? Leider nein, das Studium in der Schweiz ist sehr teuer, wir müssen durchhalten. Gesagt, getan.

 

 

Mit dem Frühling muntere ich mich auf und darf meine Bilder in Schmitten in Tearoom Madlen’s ausstellen. Ich bekam sehr freundliches und positives Echo, die Bilder werden bewundert und kleines Geld kommt in Kästchen. Die werden wir noch das Jahr investieren.

 

 

Das Jahr 2019 habe ich mein Fachwissen in der Schule erweitert – zum Beispiel die Kinder Bonbons werden von den Ältesten in der Klasse genascht.

 

 

Wo der Geist nascht, sollte man den Körper fit halten. Ich habe mich wieder mehr dem Sport gewidmet und mein zynisches Ich hat es mit Naschen kompensiert – das bringt Gleichgewicht. Ich habe dankt dem Sport sehr tolle Begegnungen gemacht und spannende Orte besucht.

Die Zeit der Ferien ist da, ich habe in der Ausbildung auch frei, trotzdem arbeite ich, denn ich habe meine Ferien für den Herbst vorgesehen. Am letzten Montag im Juli lädt mich mein Chef für das Morgenessen in Madlen‘s, wo meine Bilder hängen. Genau unten die setzen wir uns und plaudern. Falls jemand von euch gut durch die Zeilen lesen kann – ja, mein Chef hat mir offenbart, dass er aufhören will, die Geschäfte zu tätigen. Das Unternehmen wird von anderem Geschäft übernommen.

 

So weit so gut, ein neuer Chef heisst neue Regeln und Massnahmen. Und – es werden die Köpfe rollen. Genau gesagt zwei Köpfe. Mein zynisches Ich fragt mich schon: Wetten wir, welche?

 

 

Nach dem Gespräch gehe ich Velo fahren, die grüne Farbe motiviert. Diesmal rät mir mein zynisches Ich umgekehrt zu fahren. Warum nicht – ich entschliesse mich, einen Weg zu erforschen, weil ich nicht weiss, wo er hinführt. Mein Neugier ist aber grösser und wie sich herausstellt, werde ich an einen mir bekannten Ort anknüpfen und durch einen anderen Pfad nach Hause kommen. Und mein zynisches Ich fragt mich: Du weiss, was es bedeutet? Ja, das Ziel vor den Augen halten und auf einen anderen Weg erreichen.

 

 

Genau solche Ereignisse sind die Motivation für mein zynisches Ich – wir haben wieder die Arbeit verloren und mein zynisches Ich, so zynisch es auch ist, sagt nur dickköpfig: Wir kaufen uns eigenen Kamion! Ich muss schmunzeln, weil so lange meine Ausbildung nicht zu Ende ist, gibt es kein LKW zu kaufen…Mein zynisches Ich hört nicht zu und fragt mich: Und welche Farbe willst du denn? Die Farbe der Tschechischen Republik, der Europäischen Union, der Schweiz? Zum Glück lassen sie sich die Farben vereinen.

 

 

Die Kündigung in der Hand, neue Arbeit im Visier, fahre ich nach zwei Jahren nach Hause. Noch vorher meldet sich noch mein Auto zum Wort. Wieder die Pumpe, das Mal der Schlauch. Wie ich dort stehe und warte auf meine Vermieter, die mich abschleppen, fragt mich mein zynisches Ich, ob wir doch nicht ein neues Auto kaufen? Nein. Genau hier kam mir in Sinn der Satz: In guten und in schlechten Zeiten. Der Schlauch geflickt, fahre ich nach Tschechei. Ich geniesse die Zeit und aus dem Erlös für meine Bilder habe ich für ein Jahr einen Greifvogel adoptiert. Mein zynisches Ich ist glücklich.

 

 

Nach Genuss kommt wieder die Arbeit. Mein neuer Chef, neue Spielzeuge, neue Abenteuer. Mein zynisches Ich und Ich auch sind begeistert, ich sitze wieder dort, wo ich hingehöre – starke Pferde der Scuderia Mercedes, ein wahrer Genuss am Fahren. Korrekte Arbeitszeiten und kein festes Fahrzeug ermöglichen mir alles unter die Haut zu bringen – Studium und das Leben als Chauffeur. Und noch eine Sache ist neu für mich – obwohl ich keinen Zug fahre, lerne ich im Stau, was es heisst, wenn der Zug fährt.

 

 

Die Kleinigkeiten und Geschenke versüssen mir den Alltag und dabei durfte ich eine meiner wichtigsten Fotos schiessen ( darüber in nächster Reportage  ). Ich freue mich exzellenter Gesundheit, mein zynisches Ich meint, es liegt nicht an der Leistung, sondern an der Belohnung. Und mein Auto macht auch sein Ding – der Auspuff, die Bremsen, die Heizung. Aber der Motor läuft perfekt. Das Auto fährt mich immer so treu herum und gibt nicht auf.

 

Was bringt uns 2020? Viel und es ist auch egal, ich freue mich, das Beste daraus zu machen. Das alte und unbrauchbare lassen wir der Vergangenheit. Ich wünsche euch vom ganzen Herzen alles Gute. Mögen mich eure Gedanken begleiten auf dem Weg ins Unbekannte. Und wer weiss, vielleicht treffe ich gerade euch unterwegs.

…DENN IHR MACHT DIE WELT BESONDERS, INDEM IHR EINFACH DA SEID…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Photo 2019

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