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Der Herbst ist gekommen. Kurze Tage, lange Abende, nasskalte Wochenenden. Es ist prima Zeit zu Besuch in Museum. Ich mag solche Ausflüge, sie helfen mir spielerisch dabei, mein Wissen zu erweitern. Jedes Land hat seine reizvolle Kultur, seine Tradition. Heutzutage können die Museen ihren Besuchern mit modernen Hightech einmalige Show darbieten. An einem Sonntag im Oktober fahre ich mit meiner Tante nach Lausanne, ich habe sie eingeladen in neu rekonstruiertes Olympisches Museum.

 

 

Draussen kann man aussagekräftige Bilder der Olympischen Geschichte sehen und wie immer imposant schwarz-weisse Fotografie ist – Berlin 1936, Vers 1909 oder Staue meines Landsmannes Emil Zatopek.

 

 

Im inneren Bereich kann man Sport nahe kommen dank moderner digitaler Technologie. Man taucht in eine andere Welt. Einige Bilder erinnern mich an meine Kindheit als ich den Helden blind vertraute und bei jeder Olympiade vor Glotze mitfieberte.

 

 

Die Ausstellung wird von vielen Fotos begleitet, die die Arbeit der Sportfotografen zeigen. Ein Blick hinter den Kulissen, die Gefühle, die Emotionen, Spannung, Tränen, Freude, Sieg, Niederlage. Wie manchmal ein Bruch der Sekunde über alles entscheiden kann. Ich geniesse die Gefühle, die Kraft, die Entschlossenheit, die hier herrschen. Eine kleine Pause in Cafeteria und es geht weiter.

 

 

Die sportliche Leistungen werden belohnt. Eine wunderbare, glanzvolle Sammlung der gesamten Medaillen. Es ist nicht nur sportlich ein Kunststück, es ist ein Kunststück in wahrem Sinn des Wortes. Aber wo die Lust nach Anerkennung liegt, liegt oft auch Betrug. Mein zynisches Ich fragt mich: Kannst Dich noch an das alte Museum erinnern? Ich kann und jetzt sind einige Namen verschwunden, hingegen werden andere Namen als Sünder hervorgehoben vor allem im Zusammenhang mit Velofahren und La France.

 

 

Ein Piedestal, Sommerspiele Sydney 2000. Für einige kurze Momente kann man den Ruhm geniessen. Ich träumte als Kind immer davon, dass ich eines Tages in grossen Stadien diese Siegerehrung erleben darf. Jetzt bietet sich diese Möglichkeit auf gewisse Art und Weise und ich bin nicht interessiert, aber gleichzeitig dankbar, dass ich sportlich gesund bin. Und wie ich sehe, die heutige Kinder geniessen es auch.

 

 

Der Besuch neigt sich zu Ende, das neurenoviertes Museum freut sich grossen touristischen Beliebtheit. Es ist schon erstaunlich, was menschliche Leistungen in Gang setzen können.

Als ich am Abend meinen Rucksack für nächsten Tag vorbereite, denke ich nach…Hab ihr schon mal darüber nachgedacht, dass wir alle jeden Tag die olympischen Sieger sind? Dass wir jeden Tag versuchen, das beste leisten, dass wir die stärkste Leistungen bieten?

Die wunderbaren Frauen, die ein neues Leben unter ihren Herzen tragen…

Die wunderbaren Frauen mit Kindern…

Die Väter, die Männer, die ihre Familie ernähren…

Unsere Arbeitgeber, die uns Arbeit geben…

Wir Arbeitnehmer, die die Arbeit am besten ausrichten…

Das Personal im Spitälern, in Altersheimen, die uns in schwierigen Zeiten helfen…

Die Strassenarbeiter, die Leute auf Baustellen, die Selbstständigen, die Feuerwehrleute, die Chauffeure, Bauern, Postleute…Es ist eine Menge…

Wenn ihr am Morgen zur Startlinie eures Tages auftritt, freut ihr euch? Wie ihr euren Lauf bestreitet, alleine, im Team, mit Unterstützung eurer Familie, Bekannten, Freunden, Mitarbeitern? Wie ihr am Ende des Tages in die Zielgerade rennt, müde, aber glücklich und dankbar für diesen Kampf?

 

 

Heutiger Tag und nicht nur der heutiger ist gewidmet allen den olympischen Siegern, den Kämpfern im Alltag. Es geht nicht um Medaillen, um Ruhm, um Zeitmessung oder um Applaus von Publikum. Es ist eures Leben.

…IHR MACHT DIE WELT BESONDERS…INDEM IHR EINFACH DA SEID…

 

 

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