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Ein weiterer Tag ist vor uns und wir fahren mit der Tante zu der nächsten Schönheit meines Landes nach Roznov unter dem Radhoscht. Wir wollen das Walachische Freilichtmuseum besuchen.

 

 

Der erste Teil ist dem walachischen Volksleben gewidmet. Die Geschichte geht bis 12. Jahrhundert. Roznov unter dem Radhoscht ist Heimat von vielen bedeutenden Persönlichkeiten unserer Kultur. Anfangs lebte man von der Landwirtschaft, vor allem gab es Hirten mit Schafen. Im Verlauf der Geschichte ist die Stadt zu einer sehr beliebten Kur-  und Badeort geworden, der Stadt mit Textilproduktion, Schreibwarengeschäft und Kunsthandwerk, bereichert durch Gastronomie und Fachschulen.

 

 

Im Verlauf des 16. Jahrhunderts kam zu den Einheimischen ein neues Ethnikum – die Walachen, die vorwiegend Hirte waren. Zu den grossen Persönlichkeiten lokaler Kultur gehört zweifellos Frantisek Palacky, der die Geschichte des tschechischen Volkes in Böhmen und Mähren erfasste und gilt als Stifter der modernen, tschechischen Historiografie.

 

 

Die Theorie lassen wir hinter uns und besuchen das Walachisches Dorf. Eine sehr interessante Zeitausstellung nimmt uns Wunder – Wirklich eine verlorene Welt? Die Ausstellung zeigt einige Kontraste von damals im Vergleich zur heutigen Gesellschaft. In einigen Sektion wird sehr einfach dargestellt das, womit ich mich auch in meinem Leben befasse. Wie viel müssen wir besitzen, um funktionsfähig zu sein.

 

 

Die Ausstellung ist mit Requisiten bildhaft ergänzt. Lust auf Morgenessen mit Müsli?

 

 

Der nächste Kontrast zeigt die Dankbarkeit zu Boden und Grundstücken, die der Grundstoff unserer Nahrung sind. Die moderne Welt nutzt sie aber kommerziell aus. Ist das gut?

 

 

Die einfachen Exponate für die Küche ergänzt durch viel Trödel, die man heute in einigen Haushalten finden und nicht nur dort.

 

 

In alten Zeiten war der Besuch beim Arzt finanziell nicht möglich. Die Menschen haben sich an die Weisheit der Natur gewandt. Das derzeitige Geschäft mit der Gesundheit ist ein Kampf gegen uns selbst.

 

 

Und letztendlich die damalige Nahrung und die heutige Jagd nach dem Essen. Damals hatten die Menschen kleine Auswahl, heutzutage wissen wir nicht mal, was wir eigentlich wollen.

 

 

Jetzt treten wir ins Dorf ein. Ich komme mir wie im Märchen vor und die Zeit steht still. Wir finden hier alles, was ins Dorf gehört – die Wohnstätten, die Tiere, den Bienenstock, die Schule, den Glockenturm.

 

 

Wir laufen mit meiner Tante durch das Dorf, der Hauch des Herbstes spiegelt sich in der Baumkrone. Wir kehren in die alten Zeiten ein und in Stil des Lebens der Dorfbewohner damals.

 

 

Eine wunderbare Aussicht zur Schule im Dorf und ein Stück weiter die Aussicht auf die moderne Stadt Roznov.

 

 

Wir bewundern den Obstgarten mit Bäumen und Feldern. Früher hat das Volk die Obstbäume sehr geschätzt, für das Klima hier ist typisch der Apfelbaum, die Birne und Pflaume. Als Getreide dann der Roggen, Hafer, Gerste, Kartoffeln und das Kraut. Die meiste Arbeit fiel in der Erntezeit und im Herbst ebenfalls.

 

 

Unserer Herbstspaziergang ist durch eine sportliche Vorstellung des Eichhörnchens bereichert, der langsam, aber sicher die Reserven für den Winter sammelt.

 

 

Mit der Unterstützung eines norwegischen Fonds wurde der Bau der nicht traditionellen Kirche realisiert, die sich in der Nähe der grossen Mühle befindet.

 

 

Das Malerische mancher Häuschen verführt zum Hineinschauen. Wie haben die Leute gelebt? Bei den Wanderungen in der Schweizer Alpen habt ihr ja gesehen, dass gewisse Gemeinsamkeit mit heutiger Zeit zu sehen ist.

 

 

Der Herbstzauber verleiht dem Dorf seine romantische Nuance. Wir laufen durch das Bauernhaus, die Bauer Schauspieler kümmern sich um die Tiere – die Kuh mit dem Kalb, Ziege, die Vögel. Nach mehr als zwei Stunden ist unser Besuch in Walachischem Dorf vorbei.

 

Es ist spät nachmittags und auf uns wartet noch die Hölzerne Stadt. Schon zum Beginn bezaubert uns die überwältigende Holzkirche. Sie ist nicht gross, nur einige Sitzbänke drinnen und wunderbare Dekoration verführen zum Verweilen.

 

 

Die Sonnenstrahlen bestrahlen für einen kurzen Moment die Statue der Anna. Ich lege meine Bibel hin – Wenn ich reisen darf, bin ich glücklicher – und nehme die Ambiente wahr. Die nächsten Besucher kommen an, die ebenfalls die Schönheit bewundern wollen.

 

 

Bei der Kirche befindet sich der Friedhof. Hier ruhen in Frieden Urnen der Persönlichkeiten, die sich um den Lauf des Museums gekümmert haben, bedeutende Künstler und Sportler aus der Umgebung stammend, die in unserem Gedächtnis verblieben sind. Einer von ihnen ist aber weit hinaus gekommen – in die Weltklasse Athletik. Erinnert euch an meine Reportage Die olympischen Sieger im Alltag? http://bit.ly/2q39Uob Emil Zatopek – die tschechische Lokomotive. In Lausanne haben wir mit der Tante seine Statue bewundert, hier stehen wir über sein Grab. Er ist in beachtlichem Alter gestorben, seine Ehegattin Frau Dana Zatopkova lebt und zu dem Altersrekordgrenze 100 fehlen ihr 3 Jahre. Zur Erinnerung findet jährlich der Lauf Emil Zatopek.

 

 

Die lokale Kneipe mit walachischen Spezialitäten und der Hunger ist der beste Koch lädt zum Essen ein. Grosse Auswahl an örtlichen Gerichten und heimatliche Dekoration ergänzt durch die Volksmusik mit typischem walachischen Dialekt mitten in der wunderbaren Stube gibt den feinen Schliff. Meine Tante wählt die Kartoffelgnocchi gekrönt mit Schafkäse und Speck und ich die Kartoffelknödel gefüllt mit geräuchertem Schweinefleisch und Sauerkraut.

 

 

Und es war einfach köstlich!

 

 

Nach dem feinen traditionellen Essen bewundern wir die nächsten Objekte – den Postamt oder das Gemeindehaus. Die Zeit ist um, bald wird man das Dorf schliessen, die Besucherzeit ist vorbei.

 

Die Tage werden kürzer, der Herbst übernimmt das Zepter vierer Jahreszeiten. Noch eine Attraktion thront über die Stadt – der Aussichtsturm, entworfen im Jahr 1896 von Dusan Jurkovic.

 

 

Gebaut wurde er aber erst im Jahr 2010, eröffnet dann im 2012. Durch das Wald steigen wir hinauf und das schöne herbstliche Wetter eröffnet uns die sämtliche Landschaft. Die Familien mit Kindern sind unterwegs.

 

 

Wie wunderbar meine Heimat ist, der Herbst schleicht sich langsam in die Natur ein und verleiht ihr die zauberhaften Nuancen. Danke sehr für den lehrreichen Nachmittag und ich freue mich auf die nächsten Abenteuer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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