79 0

Die Zeit der Ferien ist endlich da und ich fahre nach drei Jahren wieder nach Hause. Nach kurzer Akklimatisation widme ich mich auf verschiedene Art und Weise Kultur und Neuigkeiten. Noch vor drei Jahren war die Kapelle über die Stadt eine Baustelle, heute ragt sie stolz hervor und schmückt die nahegelegene Umgebung meiner Heimatstadt.

 

 

So wie es immer geht, wenn man im Ausland lebt, führen meine Schritte zum Friedhof. Ich zünde die Kerze an und widme Stile Erinnerung meinen Angehörigen.

 

 

Von da an spazieren wir zusammen mit meiner Mutti Richtung Kapelle St. Florian und Sebastian. Nach viertel Stunde leichter Marsch und fotografieren sommerlicher Natur stehen wir auf 251 m bei der Kapelle. Die ist zu grosser touristischen Attraktion geworden – Familien mit Kindern, Paare, Velofahrer möchten sich die Schönheit anschauen. Ich geniesse soeben die Aussicht auf meine Heimat. Die Kapelle ist am Freitagnachmittag und über Wochenende geöffnet.

 

 

Das nutze ich schon am Wochenende am Sonntag. Um 17:00 am Nachmittag geht es den gleichen Weg hinauf. Die Besucher kommen und gehen, im Turm bleibe ich allein. Ich schaue in alle Richtungen, die Bise quietscht und betont die Atmosphäre. Durch den Kopf gehen mir die Geschichte dieses Ortes. Es ist viel geschehen.

 

 

Sie wurde im 1703 im Barockstil gebaut. Die Kapelle ist bedeutende Dominante der Stadt geworden, wegen der Lage wurde sie aber oft durch Stürme und Blitze beschädigt. Im Jahre 1852 wurde sie dank Mithilfe der Stadtkasse aufgebaut gegen Unwetter. Trotzdem hat am 15. September 1915 Blitz eingeschlagen und das Feuer zerstörte die Kapelle. Nach langen neun Jahren hat man das Dach repariert und gesamte Rekonstruktion durchgezogen. Mit grosser Feierlichkeit wurde sie am 5. Oktober 1924 eingeweiht. Die grösste Katastrophe kam aber 1945. Den 18. April wurde sie unterminiert und um 11:30 Ortszeit komplett zerstört durch deutschen Soldaten. Ganze 70 Jahre lagen hier nur die Ruinen. Es gab erneutes Interesse, die Kapelle neu aufzubauen. Erst im 2016 beginnt die Rekonstruktion und heute ist sie wieder Dominante unserer Stadt Bisenz.

 

 

Zur absoluten Erholung dienen die Spaziergänge durch Kiefernwald. Er ist gross und bietet absolute Ruhe und Entspannung.

 

 

Mit mir kommen zwei Kollegen – die Hunde Sofi und Endik. Sie springen gerne, aber mit kommender Hitze beruhigen sie sich in mein Tempo. Die einheimische Region ist durch Fauna bekannt, die untypisch ist und durch Einfluss vom fast subtropischen Wetter hervorragend für Leben der Schlanken, Spinnen und Schmetterlinge.

 

 

Mein nächster Ausflug mit Hunden ist der Teich Stolarka, in der Umgangssprache genannt Katschenak. Die Grösse ist 25 ha, wurde in 1572 gebaut. Das ist umgeben vom Kiefernwald, dient zur Fischzucht und die Geflügelfarm ist auch da. Verschiedene Wasservogelarten nisten hier, ich geniesse heute die Stille des Waldes, ich habe niemanden getroffen.

 

 

Aus dem Wald direkt in die Stadt – ich besuche das Schloss Bisenz. Heute befindet sich hier ein Geschäft und Weinkeller, bekannt durch ihre Qualität. Ich lasse mich diese Möglichkeit nicht entgehen und kaufe etwas für meine Vermieter in der Schweiz. Jetzt kommt aber der Spaziergang. Ich habe hier meine Studierendenjahre verbracht, bin mir wie eine Prinzessin auf dem Schloss vorgekommen.

 

 

Die Erscheinung des Schlosses ist mittlerweile die Dritte in der Geschichte. Der erste Besitzer hat im Jahr 1450 eine Festung gebaut. Viele Besitzer wechselten, um 1600 wurde die Festung abgerissen und neues Schloss in Renaissancestil gebaut. Im 1710 noch mal in Barock. Im Jahre 1855 – 1858 wurde erneut abgerissen und im gotischen Stil gebaut. Während der Bau hatte der Materiallieferant zahlreiche Schwindel begangen und somit sind die Kosten enorm gestiegen, der Graf Willem begegnete Selbstmord.

 

 

Während der Bau unterliefen viele Fehler, er wurde gegen ursprünglichen Plan andersherum gebaut, der Turm musste im Jahr 1862 abgerissen werden, weil er drohte, hinunterzustürzen. Die Witwe nach Willem, die Gräfin Amelie, wohnte nie im Schloss. Die universelle Erbin, die Tochter Paula, verkaufte das Schloss im 1917 dem Besitzer von Strassnitz Antonin Magnis. Den könnt ihr schon aus meiner Reportage https://bit.ly/3q8W8iI . Im Jahr 2002 kaufte die Stadt Bisenz gesamte Areal mit Schlosspark. Heutzutage verhandelt man über die grosse Rekonstruktion.

 

 

Zum Schloss gehört die uralte Linde. Erwähnt in Aufzeichnungen aus Jahr 1771 war dieser Linde schon im Jahre 1604 über 500 Jahre alt. Sie ist der stumme Zeuge der Vergangenheit. Sie hat Ruhm und Untergang vom Bisenz im Jahr 1423 miterlebt, sie war Zeuge der Vernichtung der Stadt durch den Heerführer Botschkaj im Jahr 1605, sie sah jahrelang Kriege, Demütigung, Elend, lernte adelige und bewegtes 20. Jahrhundert kennen. Den Stamm hat sie nicht mehr. Zur Zeiten Marie Therese zersetzte Sturm ihn in sechs Teile. Laut dem fachkundigen Urteil handelt sich um Sommerlinde, die zurzeit aus sechs sekundären Sprossen 60-90 Jahren alt besteht.  Die Vitalität des Baumes ist exzellent. Der Stammumfang ist fünf 48 m, die Höhe fast 35 m. Die Linde war seit eh und je bewundernswert.

 

 

Wie es immer geht, wenn man Kamera bei sich hat, geschieht etwas Interessantes. Durch den Park breitet sich der Duft der Palatschinken, einer regionalen Spezialität. Kameramann, Team und die Moderatoren schauen zu. Die Sendung „Alles, was ich mag“ hat Frau Nejezchlebova besucht, die mit ihren Palatschinken und Zwetschgenmarmelade bekannt ist. Es ist herrlich zuzuschauen, wie man professionell kocht, professionell die Kamera führt und von mir professionell fotografiert wird.

 

 

Über das alles werden die Störchen bewachen. Abseits des Parks sind sie über öffentliche Kamera zu sehen.

 

 

Der Ausflug in meiner Heimat ist zu Ende.

 

 

So wie immer gehört zu der Gemütlichkeit auch das Beisammensein. Die frische Limonade, mit verschiedenen Farben und Geschmack,

 

 

auf verschiedenen Orten,

 

 

mit verschiedenen Gästen.

 

 

Es war Balsam für die Seele nach so langer Zeit wieder meine Heimat zu sehen und miterleben. Na dann, nächstes Jahr auf Wiedersehen!

 

Beitrag teilen

Durch die Tschechien 7. Schloss Milotitz

« Vorderer Beitrag

Chamonix – Mt. Blanc

Nächster Beitrag »

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.