Reisen

La Gomera

Die wilde Insel

Wie durch einen Zauberstab bin ich in einigen Stunden von der Autoabgabe in El Hierro, mit zwei Bussen und dem Schiff zurück auf die Insel Teneriffa gelandet. Auf der Terrasse bereite ich mich für die nächste Fahrt vor, zur Insel La Gomera. Etwa in einer Stunde lande ich im Hafen von San Sebastian. Meine Reise zwischen den Inseln dauerte insgesamt acht Stunden. Weil es schon nach acht Uhr Abend ist, nach der Autoübernahme, entscheide ich mich, diese Nacht hier zu verbringen. Man spürt den touristischen Charme, und obwohl nicht die Hochsaison ist, der Hafen lebt sein Leben. Es ist klar, es handelt sich um bisschen grössere Insel und das Angebot wird auch anders ausfallen. Den ersten Tag habe ich der Erholung gewidmet, weil mich die Müdigkeit überfallen hat. San Sebastián ist wie geschaffen für Erholung – man kann zwischen dem Strand, Restaurants und Eis in paar Minuten pendeln.Guten Tag und wir fahren los. Das ist Arango, mein Begleiter, der mir die Insel zeigt. Auf mich wartet die erste Wanderung an der Meeresküste zur Kirche Señora Nostra de Guadalupe. Vom Baden kann keine Rede sein, ich bin hier alleine, die Treppen sind nicht gut ausgedacht und die Krabben kämpfen um Schatten, die Wellen nehmen zu. Ich gönne mir schon die Belohnung, am nächsten Strand Avalo kann ich mich erholen.Durch wunderbare Steinfelsen fahre ich ins Tal Valle Hermigua. Abendessen speise ich auf der Terrasse in der Bar Pedro. Heute werde ich die Inselkirche geniessen – die Kichererbsensuppe mit Brot –Garanbaz und beliebte Kaffee Barraquito. Die sind ebenfalls hier sehr berühmt. Beim Wellen planschen am Strand Lepe werde ich prima einschlafen. Morgen sieht es nach Regen aus, das macht nichts, weil ich heute das Museum Les Telares besuche, wo ich über das Leben, Landwirtschaft und Entwicklung auf dieser Insel erfahre. La Gomera gehört zu den ältesten von Kanarischen Inseln, aber sie hat keine ursprünglichen Bewohner. Ich fahre weiter zum Dorf Abulo, der Künstler José Aguiar lebte hier, deren Künste man in verschiedenen Orten im Dorf sehen kann. Es ist Freitag, die Inselbewohner freuen sich auf das Wochenende. Ich laufe noch ein Stück zur Küste, wo die Ruinen von ehemaligen Bananenverladestationen und Fischerei stehen. Der Bau wurde im 1933 vollendet; es musste irrsinnig anspruchsvoll sein. Der Betrieb ist nach vielen Jahren aufgehoben worden durch die Modernisierung und vor allem durch starke Wellen. Ich fahre weiter nach Vallehermoso. Dieser Ort gehört zu touristischen Attraktionen. Zu meiner Überraschung wartet auf mich aber absolute Leere, nur vereinzelt fährt jemand vorbei und wieder weg. Zum Übernachten reicht es. Manche Wanderwege sind wegen Steinschlag geschlossen. In Ruine leuchtet ein kleines Licht im Fenster, eine Katze taucht auf. Der Ort ist widerspenstig, der Wind weht. Um 22:11 kommt noch zweiter Camper, gute Nacht. Morgen wacht auf, die Sonne scheint, es wird schönen Tag geben, ich geniesse mein Morgenessen und bisschen Sonnenbad am Strand. Ich fahre los und etwa nach einem Kilometer gibt mein Auto auf. Ich muss alles melden, das Problem ist, dass in Hermigua die Autorallye stattfindet, so kann man die Strecke nicht durchfahren. Herr Sergio hat mir mit allem geholfen; er war gerade die Früchte im Garten sammeln und hat telefonisch alles erklärt; sogar hat er festgestellt, was kaputtging. Wir haben Kaffee getrunken, ich danke vielmals, selbstverständlich habe ich bezahlt. Nach einiger Zeit kommen die Besitzer von Auto und Lkw, der Van muss zurück nach San Sebastián. Die Besitzer bieten mir eine andere Lösung; Arango geht am Montag in die Garage, so werden wir heute für zwei Tage ein kleines Auto mieten. Ich werde mich in der Stadt erholen und morgen fahre ich weiter, wobei ich für jede Nacht wieder zurück zum Auto kommen muss. Ich versuche dort anzuschliessen, wo ich aufgehört habe. So muss ich wieder auf die andere Inselseite in Tal Valle Gran Rey. Der ist absolut touristisch, man hört die deutsche Sprache, der Ort war mal die Hauptstadt, der Schiffshafen ist ebenfalls hier. Ich gönne mir Mittag, es gibt’s nichts Interessantes, aber schon die Anfahrt an sich ist grosses Erlebnis. Auf der Insel befinden sich etwa vier Tankstellen. Mein Auto zeigte Viertel von Tank, ich habe gedacht, für zwei Tage wird es reichen.So fahre ich voll motiviert in das nächste Tal, in absolut abgelegene Playa Alojera. Hier gibt es nur ein kleines Restaurant mit Fischspezialitäten und Apartments zum Vermieten. Eine kleine Familie kommt und das Ehepaar wird fischen, noch einer wird baden. Mein Auto meint, jetzt hat es aber kein Benzin; leider hat die nächste Tankstelle schon geschlossen und die nächste ist wieder zurück in Valle Gran Rey. Hier habe ich es komplett unterschätzt, mit allen möglichen Gebeten fahre ich hinauf, Tal runter kann ich immer noch Auto stossen. Es kommt gut, geöffnet ist bis 22:00 Uhr nachts, eine junge Frau hilft mir tanken, wir werden zusammen plaudern und ich zahle für diesen prima Service einen Kaffee. Ich werde durch rosaroten Sonnenuntergang belohnt. Jetzt muss ich aber zurück nach San Sebastián ins Auto schlafen. Ich fahre durch die Nacht und werde um 23:00 Uhr in der Nacht ankommen. Voll motiviert starte ich in die neue Woche und werde die Playa La Caleta besuchen. Von Mirador bietet sich geniale Aussicht auf beide Strände Lepe und La Caleta. Hier haben in der Nacht zwei Camper übernachtet, die spanische Familie gönnt sich Picknick, ein Herr liest sein Buch, junge Leute fotografieren, die Konserven für Katzen sind da, nur die Katzen sind abwesend.  Ich muss weiter, ich werde Mirador Abrente besuchen. Steil herunter schaue ich auf das Dorf Agulo; zum Aussichtspunkt gehört auch ein Restaurant, das aber nicht im Betrieb ist. Der Besitzer hat kein Interesse. Hier kann man herumlaufen, die Klimabedingungen haben einen roten, staubigen Ort mit sichtbaren Rillen vom Regen geschaffen. Vom Aussichtspunkt kommt man in ein paar Minuten in Centro Visitante, wo man in kleinen Räumen über das Feuer von 2012 im Nationalpark Garajonay erfahren kann. Der Brand entstand durch menschliche Fahrlässigkeit. Im Kleingarten bewundert man die Vegetation auf der Insel wachsend; das Museum befindet sich seit Jahren in Rekonstruktion. Den gesamten Weg durch den Nationalpark gibt es viele Aussichtspunkte – Mirador- und ich staune immer wieder, was die Natur erschaffen hat; es lohnt sich auf jeden Fall hier anzuhalten. Mein Van ist wieder fit und ich kann noch einige Sachen besuchen. Ich fahre zum nächsten Tal namens Santiago, ebenfalls touristisch mit Hafen und sogar kleinem Flughafen. Hier hört man Deutsch und Englisch, ausser Strand mit Restaurants und Erfrischung gibt es nichts anderes.Dann fahre ich halt weiter, der Weg ist aber auf jeden Fall hinreissend – so lang, mit vielen Kurven, die so typisch für diese Insel sind. Zu dem grössten Prachtstück der Insel gehört der Nationalpark Garajonay. Durch den kann man wunderbar wandern, mit gut beschilderten Tafeln findet man immer den Weg. Der Park deckt 10 % der Insel und wurde im 1986 zum Weltnaturerbe von der UNESCO anerkannt. Da es auf der Insel sogar regnet und der Nebel auch zum Bewässern dient, besuche ich die kleine Stausee Presa Meriga. Hier sind deutlich sichtbar Spuren vom Brand von 2012. Den Park kann man hervorragend mit Auto durchfahren und in kleinen Aussichtspunkten die grüne Landschaft bewundern. Obwohl man perfekt die Vorwelt hören kann, ist es beinahe unmöglich, überhaupt einen Vogel im Wald zu sehen. Auf mich wartet der Hauptpunkt von der Insel, der 1487 m hohe Alto der Garajonay. Da er nur etwa ein Kilometer vom Parkplatz liegt, ist es nichts Anstrengendes; ich steige gemütlich auf, ich habe sogar Glück und das Wetter verschont mich – so sehe ich einen Teil von der Insel. Dort, wo alles begann, wird es auch enden, im Städtchen San Sebastian. Das hat ziemlich grosse Aufmerksamkeit vom Korsaren genossen, sogar einen von den grössten – Christopher Kolumbus. Der hat hier kurz verweilt und die einheimischen Produkte für die Reise nach Amerika genutzt. Das Städtchen ist malerisch und typisch, mit Inselarchitektur. Bis heute ist Torre del Conde ausgezeichnet erhalten geblieben, Steinsturm aus 15. Jahrhundert; man kann Blick werfen in die Kirche, wo gerade der Pfarrer ins Handy schreibt. Ebenfalls kann man noch ein kleines Museum besuchen, die Eidechsen sind auf jedem Schritt. Und hier wird auch meine Reise über die Kanarische Insel enden. Es ist Zeit, sich zu verabschieden und mich zu bedanken; lange weg nach Europa wartet auf mich.

La Gomera ist auf jeden Fall mehr touristisch, ich habe die tschechische Sprache gehört, trotzdem war hier Ruhe. Sie haben ausgezeichnete, einfache und preiswerte Küche, die Portionen sind gross.

In der Nacht vorsichtig fahren, die Tiere suchen Nahrung

Man muss die Busse mit Touristen im Auge behalten, sie halten oft an Aussichtspunkten an, die Insel lebt vom Tagestourismus.

Es gibt etwa vier Tankstellen, nur an grossen Orten; das Personal hilft, sie interessieren sich, von wo sie herkommen, das macht ihr Tag spannender. Der Kaffee kostet 1,50 €, offerieren Sie es Personal, sie werden es mit Lächeln schätzen und es gibt Sinn ihrer Arbeit. Mit der Autopanne ist es mir viel anspruchsvoller geworden; die Insel ist bisschen anspruchsvoller als El Hierro, man muss mit längeren Anfahrten rechnen. Manche Strände sind nicht zugänglich, manche Wanderungen dauern Stunden und Kilometer. Trotzdem habe ich wieder einen Teil der Welt gesehen, ich danke vielmals, dass sie mich lesen und bis bald!!!

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