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In meiner nächsten Reportage zeige ich euch die drei Insel Malta, Gozo und Comino. Diese kleinen Insel im Mittelmeer habe ich schon im Jahr 2009 besucht, trotzdem bleiben sie nach so langer Zeit als wunderschöne Erinnerung und sie sind sicher der Reise wert. Weil ich meine Reisen ziemlich sorgfältig dokumentiere, existiert heute noch das Reisebuch.

 

 

Damals habe ich also Strickerinnen gearbeitet und die Inseln habe ich ausgewählt, weil sie nur zwei Stunden weg von Zürich liegen und es entsprach damals meiner finanziellen Situation. Ich entschied mich, diese Insel zu Fuss zu bewältigen. Sorgfältig vorbereitet und dazu noch mit der Kündigung im Postkasten fahre ich Richtung Flughafen.

 

 

Im Rucksack habe ich meine erste Spiegelreflexkamera, auf mich wartet meine erste Reise im Flug. Ich bekomme die Möglichkeit, am Fenster zu sitzen und so geniesse ich den wunderbaren Sonnenuntergang. Malta erreichen wir sehr spät am Abend und ich nutze die Regel – ich laufe nach rechts. Es war zwar keine schlaue Entscheidung, dafür aber sehr lehrreich. Es ist schon Nacht, ich frage die Einheimischen und sehe in der Weite den Hafen.

 

 

Wo Hafen ist, dort ist auch Meer. Ich erreiche den Strand Pretty Bay, wo ich heute übernachte. Die Nacht war kalt. Früh am Morgen wartet auf mich die Belohnung – wunderbarer Sonnenaufgang im Hafen.

 

 

Nach kurzer Wahrnehmung der Realität in Form von Läufern, Nichtläufern und Hundebesitzern laufe ich weiter zu St. Georges Bay und Marsaxlokk. Der Jahrmarkt fängt an, die Touristen kommen. An den nachgelegenen Strand ist niemand, ich will mich erholen, weil ich ausgerutscht bin und mich am Ellbogen verletzt habe. Die Zeit nutze ich zur Beobachtung von Muscheln, die hier zahlreich erscheinen. Ich werde in Pizzeria essen, eine Pizza und Fanta für 6.50 €. Die Pizza hat nach Fisch geschmeckt, mein zynisches Ich meint: Wir sind ja auch in einem Restaurant mit Fischspezialitäten. Noch schnell was einkaufen und durch die Promenade laufe ich weiter. Ich habe mich bisschen verirrt, aber weil die Malteser sehr gerne schwatzen, frage ich nur nach, hebe die Hand auf und schon fahre ich Autostop. Auf Malta spricht man mit Händen und Beinen Englisch, man muss nur die Sprache ein bisschen beherrschen.

 

 

Ich laufe langsam zwischen Ölkonzern und Fischfabrik zum Strand St. Thomas Bay. Drei alten Herren geniessen ihre Rente, sie fragen mich sofort, wer ich bin, woher ich komme und die wichtigste Frage: Was willst du trinken? Ich lehne ab und geniesse den Strand mit meinen Füssen im Wasser. In der Ecke der Insel baden die Einheimischen, sie lachen, sie unterhalten sich. Ein älterer Herr mit kaputten Zähnen rät mir noch, Morgen früh aufzustehen, weil es wunderbaren Sonnenaufgang geben wird. Na dann, ich bin sehr gespannt, was mir St. Thomas Bay zeigt.

 

 

In der Nacht war ich gut versteckt, es regnet ja nicht, aber sehr stark windet. Ich hab gut ausgeschlafen und schon laufe ich zum Meer. Der einheimische Fischer ist da, die Sonne steht auf. Ich fotografiere die Wellen, die so stark gegen Felsen prallen. Ich packe meine Sachen und laufe weiter.

 

 

Unterwegs halte ich auf der Promenade in Marsascala an. Weiter geht es mit dem Bus in die Hauptstadt – Valletta. Die Busfahrt war ein lustiger Erlebnis mit lustigem Chauffeur für nur 0.47 euro!

 

 

Die Hauptstadt Valletta ist bekannt durch seine wunderbare Aussicht auf Hafen und Three Cities. Grosse Schiffe kommen an – mit Fracht, mit Touristen. Die Stadt lebt, ich spüre den Wirrwarr, der so typisch für die Städte ist. 

 

 

Ich geniesse die Stadt, meinen Mittag und kurzes Schnüffeln durch die Gässchen, die Momente für die Ewigkeit.

 

 

Danach fahre ich weiter mit dem Bus Richtung St. Julian‘s. Eine wunderbare Kleinstadt mit einer langen Promenade und lebhaftem Nachtleben. Ich schiesse paar Fotos, schaue mich um, wo ich übernachten kann und bin findig direkt in alter Hütte am Strand. Malta geniesst das Nachtleben, der Wind hat aufgehört, es regnet nicht mehr und es ist nicht mehr so kalt. Am Morgen kann ich gemütlich weiter laufen. Auf mich wartet St. Paul‘s Bay und St. Paul il Bahar. Es nieselt, dann kommt Gewitter, ich verstecke mich im Restaurant. Eine lange Strecke wartet auf mich und ich lande in St.Paul Island.

 

 

 Das Wetter macht mit, ich fotografiere, kaum treffe ich jemanden. Ich erreiche Mellieha, ich nehme Bus – inzwischen ist mir ein weggefahren, weil ich auf der falschen Seite stand, denn auf Malta fährt man links. Das Ziel meiner Reise ist Red Tower – die St. Agatha Tower. Sie wurde im Jahr 1647 gebaut und diente zum Signalsendungen zur Insel und bis zu 50 Männern konnten hier bleiben. Damit schliesse ich den heutigen Tag.

 

 

Nicht weit entfernt dominieren schon die Felsen und die Radarstation. In der alten Ruine suche ich den Unterschlupf für die heutige Nacht. Noch letzte Foto, das Meer kleidet sich in Schwarz, die Wolken ziehen in die Ferne, es wird unheimlich. Und es wird eine sehr böse Nacht – der Wind ist so stark, ich kann nicht schlafen. Es ärgert mich, weil die Geister der alten Piraten mir die Angst einjagen wollen. Obwohl ich sehr gut in meinem Schlafsack versteckt bin, der Wind schleicht durch den Stoff über meinen ganzen Körper. Die Geister belästigen mich, ich bleibe gnadenlos. Mein zynisches Ich fragt mich: Wann ist es vorbei? Ich habe widerstanden und schlafe kurz mit Freude ein, was ich bisher erreicht habe.

 

 

Mein fünfter Tag auf Malta fängt schon früh an. Der Wind ist gleich stark und es ist sehr kalt. Die Sonne steht auf und zeigt mir den Weg zum Hafen. Ich schiffe mich ein im Hafen Cirkewwa Richtung die nächste Insel Gozo. Der Weg war nur kurz, ich liebe die Schifffahrt.

 

 

Und wie geplant laufe ich Richtung Xlendi, eine lange Wanderung am Ufer mit mächtigen Felsen. Gegen Abend erreiche ich die malerische Xlendi.

 

 

Das Meer spielt verrückt, die Wellen plätschern. In heimatlichen Bar fragt man mich traditionell – woher ich komme, bisschen plaudern und in 5 Minuten habe ich die nächste Unterschlupf. Der Besitzer – Papa Joe – bietet mir seine Garage an und essen kann ich bei ihm in der Bar. Ein schöner Tag ist hinter mir und ich bin sehr zufrieden.

 

 

Am Morgen stehe ich eine Stunde später auf. In der Nacht sind mir weder Wind noch die Geister auf den Wecker gegangen – dafür eine mühsame Mücke. Nach feinem Morgenessen in der Bar wartet auf mir die nächste Wanderung am Ufer. Ich erreiche San Lawrenz und Dwejra Bay mit markantem Felsenstein – Fungus Rock. Ich laufe weiter am Ufer entlang – das Meer ist sehr stürmisch. Ich bin hier mutterseelenallein, von Menschen keine Spur. 

 

 

Das Meer ist in eigenem Element, es ist richtig gefährlich.

 

 

Diese Wanderung führt weiter zum Juwel dieser Insel – Azure Window.

 

 

Ich muss irgendwie wieder zurück. Eine ganz niedliche Insel, wo man von einer Ecke in die andere sehen kann. Im kleinen Market laufe ich schnell ein und fahre weiter. Ein Schwarze aus Ghana fährt mich nach Xlendi. Ohne ihm meine Telefonnummer zu geben, überlasse ich in dem Schicksal.

 

 

In Xlendi angekommen, heisst mich der Alltag willkommen. Männer fischen und reden, wollen wissen, wie mein Tag war. Meine Beine tief in den Rücken eingeschnitten, sehr müde werde ich dann gut schlafen. Die Wanderung hat sich wirklich gelohnt.

 

 

Der Sonntag ist da, die Winterzeit fängt an, heute werde ich faulenzen. Den Frühstück nehme ich in der Bar bei Papa Joe‘s. Heute besuche ich die Ramla Bay – wunderbaren Strand und ich klettere hinauf zur Grotte San Blas Bay.

 

 

Die Sonne scheint, ich fotografiere. Auf Autostop fahre ich wieder zurück, in der Bar werde ich den Tag ausklingen lassen. 

 

 

Die Ferien auf der Insel Malta gehen voran mit einer nächsten Wanderung. Mit dem Boot mit anderen Touristen bin ich in einigen Minuten am Ufer von Insel Comino. Früher haben hier die Piraten gelebt, heute ist das willkommen Abwechslung und Ausflugsziel der Touristen. Vor allem die Badebucht zieht viele Besucher an. Heute ist ans Baden nicht zu denken, es ist zu kalt. Das hindert mich aber nicht daran, kleine Wanderung rund um Insel zu unternehmen.

 

 

Es ist nichts schwieriges, etwa zwei Stunden laufen. Mein erster Halt ist Comino Tower. Die ist nicht der Öffentlichkeit zugänglich, es macht nix. Genau diese Kulisse wurde dem Film Graf von Monte Christo mit unvergesslichem Jim Caviezel verliehen. Ich geniesse den Wind in den Haaren und denke an charismatischen Graf und Schicksal von Edmont Dantes. 

 

 

Nicht weit entfernt liegt alter Spital, der sich anders bekannt gemacht hat. Er wurde im 19. Jahrhundert von der britischen Militär für verschiedene Geschehnisse komplett eingerichtet, die aber nie zur Realität geworden sind. Wir blieben in Quarantäne die Soldaten, die von Reisen ankamen und man wollte die Ausbreitung der Krankheiten vermeiden. Mein zynisches Ich rät mir von dem Besuch ab, ihr werden wir ganz sicher nicht übernachten. Ich muss ihm Recht geben, denn nur der Teufel weisst, was sich hier mal alles abspielt hat. Und die Geister aus Spital mag ich gar nicht treffen. Nebst der Schweinefarm, Hotel und kleiner Kirche leben hier offiziell vier Menschen. Ausser einen Deutschen traf ich hier niemanden und aufrichtig gesagt, es stört mich nicht.

 

 

Der Spaziergang ist zu Ende ich setze mich gemütlich am Ufer hin und warte auf unseren Boot. Noch letzte Blick zu Comino Tower und über die Blue Lagoon Richtung Inselchen Cominotto. Das Lächeln des jungen Malteser bestätigt mich, dass ich einen wunderbaren Tag erlebt habe.

 

 

Die Ferien haben schon die zweite Hälfte genommen. Es ist auch Zeit, sich bisschen noch zu erholen und die einheimische Welt, Mentalität und Ruhe ohne Touristen zu geniessen.

 

 

Genau so habe ich meinen ersten Ausflug ziemlich gut gemeistert. Am Flughafen endet dann die Romantik des Alltags – bei Abfertigung haben sie mir mitgeteilt, dass der Flug schon komplett ist, nicht das es mein Problem gewesen wäre, den Flugticket war schon reserviert, der junge Mann regelt das mit Bravour – er lässt mich in der ersten Klasse fliegen. So habe ich mit meinen Wanderschuhen und meinem Rucksack genossen, unter Businessmännern zu sitzen. Am wenigsten Freude hatte die Stewardess. Aber das liess mir auch nicht die Freude verderben. Nach zwei Stunden Flug steige ich aus in die Realität am Flughafen Zürich und der Zug bringt mich nach Hause.

 

 

Ein weiterer Ausflug aus meinem Archiv ist fertig. Obwohl es schon eine Weile her ist, bleibt er mehr in Erinnerungen. Es waren viele kleine Sachen, die mich belehrt haben für die nächsten und geplanten Reisen. Gleichzeitig ist am Archiv das schönste, dass schöne Sache vorkommen, die man schon in der Realität nicht mehr sehen kann. Dazu gehören die gelbe Busse und Azure Window, der Stolz der Malta. Er ist am 8. März 2017 beim Sturm komplett ins Wasser eingestürzt. Und noch etwas ist mir gelungen – der Aufenthalt auf Malta kostete mich 160 Euro. Na dann, ich hoffe, dass es euch mein Ausflug gefallen hat, es freut mich, dass sie mich lesen und bis bald auf Wiedersehen!

 

 

 

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