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Der Sonntag ist da, heute wechselt die Zeit. Das heisst, ich darf 1 Stunde länger schlafen, aber ich stehe 1 Stunde früher auf. Mein zynisches ich freut sich – wir werden heute nach Utzenstorf fahren, wo in der Stiftung der Wildstation Landshut der Patentag stattfinden wird.

 

Die Wildstation befindet sich in der Nähe vom Schloss Landshut – den letzten Wasserschloss im Kanton Bern. Das Schloss ist von wunderbaren Park umgeben, der Herbst zeigt sich in schönsten Farben, viele Besucher geniessen frische Luft.

 

 

Der Fisch macht von Freude Kopfstand. Ich laufe zurück zur Wildstation, die Paten verschiedenes Alters kommen an – Familie mit Kindern, junge Paare mittleren Alters und die bisschen älteren. Heute dürfen wir kleinen Blick hinter die Kulissen werfen.

 

 

Wir werden von der Tierärztin und Betriebsleiterin Ulrike Eulenberger begrüsst und in vier Gruppen verteilt, die Kinder bilden eigene Gruppe. Ich stosse zu der von Ulrike. In sympathischen Hochdeutsch wird sie uns ihr Gebiet vorstellen – die Wildstation ist ein Wildtierspital, wo kranke, verletzte und verwaiste Tiere von Wildjägern und Privatpersonen gebracht werden. Da werden sie gepflegt und rehabilitiert, damit sie wieder ausgewildert werden können auf Orten, wo sie gefunden wurden. Die Station wurde in 2009 gegründet, und fing mit etwa 1000 Fällen pro Jahr. In diesem Jahr waren es aber schon 2780 Fälle bis jetzt, Tendenz steigend. Der zweite Zweck dieser Station ist die Umweltpädagogik – wie der Mensch den Umweltraum für die Tiere behält. Die Stiftung trägt die Botschaft für junge Generation und organisiert regelmässig Führungen für Kinder, Ferienpässe, Kläusenfest. Sie macht gleichzeitig aber auch bei Studien, Forschungen und Monitorring mit anderen Organisationen mit. Finanziert wird sie ausschliesslich ( wie üblich in reicher Schweiz ) mit Spenden auf freiwillige Basis. Und wie die Tierärztin sagt, es ist ein permanente Kampf ums Überleben.

 

 

Die Station ist eingemietet beim Schloss Landshut. Wir treffen in die Flugvoliere ein – von da an geht es in die Freiheit. Das ist die letzte Stufe der Rehabilitation – Kondition und Fliegen werden regelmässig geübt bevor der Vogel ausgewildert wird. Da wir uns in einer Reha befinden, können wir die Patienten nicht besichtigen, denn es würde sie stressen.

 

 

Die Führung geht weiter – die Station kümmert sich auch um die Igel. Das Jahr waren es über 1200! Viele sind von Parasiten befallen, haben sehr schlechte Überlebensrate, weil sie nachtaktiv sind. Nur jeder vierte Igel überlegt seinen ersten Geburtstag.

 

 

Ulrike zeigt uns einen Igel und wie sie betont – die Igel sind sehr schnell. Mein zynisches Ich lallt schon leise: Ja wohl, das kennen wir schon!!! Erinnert euch an meine Reportage aus dem Dorf? https://bit.ly/3ymG6DW

 

 

Zur nächsten grossen Patienten gehören die Eichhörnchen. Die sind mittlerweile alle ausgewildert und keins hier, es gab aber sehr viele Jungen.

 

 

Wir landen bei den Aussenvolieren. Hier leben die Dauergäste – die hat man irgendwie mitgeerbt. Der erste Vogel Nebi wurde von Hand aufgezogen. Das führte dazu, dass er stark seinen Revier verteidigt, somit ist er nicht fähig, in freier Natur zu leben.

 

 

Der Turmfalke hat sich stark verletzt und ist flugunfähig. Der Waldkauz hat sich gar nicht sehen lassen. 

 

 

Der Uhu war wahrscheinlich ein Unfallopfer, er muss schon über zwanzig Jahre alt sein und laut der Tierärztin erblindet er.

 

 

Die Gruppe schleicht weiter und wir landen beim Flugtunnel für die Fledermäuse. Die genähte Imitationskiste dient für Geborgenheit und Sicherheit. Die Fledermäuse schleichen drunter, die Boxen werden im Tunnel gehängt, wo sie dann fliegen trainieren.

 

 

Noch ein kurzer Abstecher in Volieren für verschiedene Vogelarten. Jetzt sind sie vorbereitet für Igel, die vielleicht noch eingeliefert werden und den kommenden Winter nicht mehr überleben würden.

 

 

Nach vielen fachlichem Wissen gönnen wir uns jetzt kleine Pause. Wie Ulrike erwähnt, wird dieses Apero von Bäckerei & Konditorei Stucki aus Bätterkinden gesponsert. Es gibt Auswahl zwischen Glühwein und Orangenpunsch, es wird fachlich gesprochen.

 

patenschaft_urkunde_wildstation_landshut

 

Eben so, wie es bei solchen Anlässen geht. Und mein zynisches Ich ist überglücklich. Wir haben das Jahr die Eulen und Eichhörnchen finanziert. Sie dürfen jetzt ihr Leben wieder leben dort, wo sie hingehören und am wohlsten sind – in der Natur.

 

 

Das Apero ist vorbei und die Führung geht weiter – in Innenräumen wird die Tierärztin einen Vortrag halten über vergangenes anderthalb Jahr, was alles geschehen ist. Für mich geht es aber hier zu Ende, ich werde noch bisschen im Park laufen und den Herbst geniessen und das vergangene ein bisschen wirken lassen.

 

 

Warum gerade Stiftung Wildstation Landshut? Ich habe hier gute Erfahrungen gemacht – so wie bei anderen, die von Frauen geführt werden. Man kann über Einzahlungsscheine oder Internet gewissen Beitrag zahlen, es läuft reibungslos. Regelmässig bekomme ich die Post mit Neuigkeiten aus der Stiftung und Leben der Patienten.

 

 

Etwa 3000 Patienten werden hier jährlich gepflegt. Wir durften denen mit finanzieller Unterstützung helfen. Es gibt aber noch so viel zu tun, du wunderbare Zukunft! Die Sonne neigt sich zum Horizont, noch letzte Blick zur Wildstation – gute Nacht und bis zum nächsten Mal! Die Nacht schleicht sich langsam über Landhut und mich wird die Autobahn verschlingen.

Heutige Frage lautet:

Habt ihr mal auch schon ein Tier adoptiert? So teuer ist es auch nicht und man tut was Gutes für die Natur. Ich wünsche vom ganzem Herzen alles Gute für das Team in Landshut und beste Gesundheit für die Patienten! Wir kommen wieder, bis bald!

 

 

 

 

 

 

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Paten und Tiere

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