31 0

Verdiente Ferienzeit in meiner Heimat Tschechei hat angefangen und ich nehme meine Tante, mein kleines, freches zynisches Ich, das sich sehr freut und schon bewundern wir die Sehenswürdigkeiten des Landes – die Burg Buchlov – deutsch Buchlau.

 

 

Nun herzlich willkommen auf der Burg Buchlau. Die Geschichte geht in 13. Jahrhundert zurück, es gibt aber keine schriftliche Urkunde. Buchlau wurde für den König gebaut, sie wurde aber von keinem bewohnt und gehört zu den ältesten tschechischen Burgen. Im Jahr 1945 hat der ursprüngliche Besitzer die Rechte verloren und heute unterliegt die Burg dem Amt für Denkmalschutz.

 

 

Wir treten in den Tanzsaal, der renoviert worden ist und heute dient er u.a. zu Hochzeitsfeierlichkeiten.

 

 

Danach schreiten wir durch den Innenhof mit der Aussichtsturm und mit der  Hungerturm. An solchen Orten kommt mir in Sinn, wie die Menschen damals gelebt haben, wie streng es war.

 

 

Wir besuchen die Küche, wo man das Essen vorbereitet hat. Die Essensreste wurden in 60 Meter tiefe Brunnen geworfen, die sich in der Ecke des Innenhofes befindet und als Abfallloch gedient hat.

 

 

Die Burg wurde oft erobert, sie wurde aber nie besiegt. Wir bewundern die zeitgemässe Waffen und verschiedene Foltermasken.

 

 

Im 16. Jahrhundert wurde die Burgbibliothek ausgebaut, die über 10.000 Bücher erhält – Belletristik, Magie, Atlas auf ungarisch, deutsch, französisch und lateinisch. Die Porträts und der Globus unterzeichnen das Malerische.

 

 

Wir setzen unsere Exkursion in die Kapelle, die durch den Streifzug von Matthias Corvinus zerstört wurde. Danach wurde sie in Wohnfläche umgebaut und bietet wunderbare Aussicht.

 

 

Nach der Zerstörung der Kapelle wurde das Gebetbuch in die Truhe gelegt, die sich in nächstem Zimmer befindet. Da bewundern wir die Bilder und die Gegenstände für die Ausübung des Strafgerichtes. Auf Buchlau wurden nur Gerichtsprozesse ausgeführt, die Hinrichtungen dann im nahen Dorf. Die Urteilen waren verschieden – die Ausweisung aus dem Herrschaftsgut, das Zerfetzen durch Hunde oder Folter.

 

 

Die Burg und die eigene Zeit wurde von verschiedenen Religionen geprägt – vor allem katholische und protestantische. Auf den Wänden hängen Porträts von Burgbesitzern, deren Ehefrauen und Szenen aus der Ungarischen Monarchie. Im Jahr 1848 in der Zeit der Revolution, hat damaliger Burgbesitzer, der Graf Zikmund I. sie unterstützt und wurde zur Todesstrafe verurteilt. Durch der Charme seiner Frau, die als die Schönste im politischen Kreisen galt, wurde diese Strafe zum lebenslangen Hausarrest gelindert.

 

 

Der Stamm der Familie Berchtold beeinflusst bedeutsam die weitere Entwicklung von Buchlau und der Umgebung. Der Graf Friedrich von Berchtold bereiste viele Länder, studierte die Medizin, beschäftigte sich mit Botanik und Magie und war an der Gründung der Prager Nationalmuseums beteiligt. Aus seiner Reisen brachte er die Haut des Alligators, das Pferdeskelett und Weltunikat – das Herbarium. Er lebte das Leben des Junggesellen und starb mit beachtlichen 95 Jahren.

 

 

Der Graf Leopold Berchtold gründete in benachbartem Dorf Buchlowitz ein Krankenhaus. Die Dienste waren grundsätzlich kostenlos und er erstellte die Krankenblätter. Die gesamte Organisation verschuldete das Herrschaftsgut für nächsten 50 Jahre. Der Graf erkrankte ironischerweise bei der Patientenpflege an Typhus und stirbt.

 

 

Unsere Exkursion geht zu Ende – eine 2400 Jahre alte Mumie einer Frau im Alter von 30-35 Jahren. Die Mumifikation war eine sehr teuere Angelegenheit und wurde nur bei reichen Menschen durchgeführt.

 

 

Wir steigen zum Aussichtsturm. Die wunderbare Aussicht wird von Wolken und blauem Himmel eingerahmt. Unsere Gästegruppe verweilt bisschen länger. Auf dem Hof versammeln sich aber die nächsten Besucher und wir verabschieden uns.

 

 

Unsere 1,5 Stunden auf der Buchlau sind vorbei. Wir geniessen kleinen Picknick und das Nationalgetränk ohne Alkohol – die Kofola.

 

 

Der Patron der Wälder und Behaglichkeit – der Chribonosch – wacht über uns. Unser Weg nach Hause führt durch seine Wälder – Marsgebirge und wir werden dem Chribonosch noch richtig dankbar sein, denn in zwanzig Minuten finden wir unseres Nachtessen. Wir danken dir sehr, Herr Chribonosch!!! Es wird köstlich sein und wir werden gut schlafen!

 

 

Am Abend im Bettchen wird mein kleines zynisches Ich fragen: Und auf der Burg, auf Buchlau – geistert es und spukt? Laut der Aussage unserer jungen Führerin, der Studentin der Archäologie, passieren dort merkwürdige, seltsame Dinge! Na dann, es leben die Gespenster! Gute Nacht!

 

Beitrag teilen

Schilthorn Piz Gloria 007 & Berner Oberland

« Vorderer Beitrag

Durch die Tschechien 2. Teil Unter Wisternitz

Nächster Beitrag »

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.